Materialien und OberflÄchen
Glasierte keramische Fliesen tragen einen Glasmantel auf der Oberfläche.
Die Glasur verleiht den Scherben Farbe, Dekor, Glanz und macht wasserundurchlässig.
Man unterscheidet zwischen Steingut- und Steinzeugfliesen. Steingutfliesen
werden überwiegend zur Gestaltung von Wandbelägen eingesetzt;
als Bodenbelag nur im Bad, wo sie einer geringen Beanspruchung ausgesetzt
sind.
Steinzeugfliesen hingegen werden bei höheren Temperaturen als
Steingut gebrannt und weisen eine höhere Festigkeit und Härte
auf. Aufgrund der hohen Strapazierfähigkeit ist Steinzeug das
geeignete Material für Bodenbeläge. Die Qualität für
Steingut- und Steinzeugfliesen bestimmt sich nicht nur nach Abriebfestigkeit
und Wasseraufnahme, sondern auch nach technischen Anforderungen wie
Maßtoleranzen, Ebenflächigkeit, Druck- und Biegefestigkeit.
Vom Feinsteinzeug spricht man, wenn es sich um unglasiertes,
durchgefärbtes
Material handelt. Es besteht aus natürlichen Rohstoffen, wie hochwertigen
Tonen, Kaolin, Quarzsand und Feldspat. Der Scherben wird bei etwa 1300° Celsius
zu einem einzigen Körper verschmolzen. Dadurch wird eine extreme
Strapazierfähigkeit erreicht. Feinsteinzeugfliesen gibt es mit unterschiedlichen
Oberflächen. Sie können Natur belassen (unglasiert), poliert,
schieferartig, schieferartig & teilweise poliert, sowie mit rutschhemmender
Oberfläche sein. Die Produktionseigenschaften sprechen für
den Einsatz von Feinsteinzeug gerade in Gebäuden mit hohem Publikumsverkehr,
jedoch erfreut sich das Material auch im Segment des privaten Wohnungsbaus
einer immer größeren Bedeutung und Beliebtheit.
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StrapazierfÄhigkeit
Jeder Bodenbelag unterliegt einem bestimmten Verschleiß. Er
wird durch die Häufigkeit der Begehung, der Art und dem Grad der
Verschmutzung und von der Härte und Verschleißfestigkeit
des Materials beeinflusst. Die Strapazierfähigkeit einer glasierten
keramischen Fliese wird nach bestimmten deutschen und europäischen
Industrienormen als Abriebfestigkeit bezeichnet. Bei der Abriebfestigkeit
unterscheidet man zwischen verschiedenen Abriebgruppen:
Keramische Fliesen der Gruppe
I eignen sich für Barfuss- und
Hausschuhbereiche. Sie sind ideal für Bade- und Schlafzimmer.
Fliesen der Gruppe II bleiben bei
leichter Beanspruchung lange schön;
die Fliesen taugen für den Wohnbereich, außer Küchen
sowie anderen häufig begangenen Räumen.
Material der Gruppe III widersteht
mittlerer Beanspruchung in Diele und Flur, auf Balkon und Terrasse.
Fliesen der Gruppe IV sind gedacht
für eine hohe Beanspruchung,
wie beispielsweise im Eingangsbereich, der Küche, in Verkaufs-
und Wirtschaftsräumen sowie im Büro.
Gruppe V - Fliesen eignen sich als Bodenbelag, der einer hohen Verschleißbeanspruchung
ausgesetzt wird. Dazu zählen Garagen, Läden, Restaurants
und Schalterbereiche.
Weiterhin existiert für extrem belastete Flächen in Geschäften,
Einkaufspassagen, Verwaltungsgebäuden u.a. die Abriebgruppe U. Dazu
zählen unglasierte Steinzeug-, Feinsteinzeugfliesen und unglasierte
Spaltplatten. Fliesen dieser Klasse sind grundsätzlich frostsicher
und damit für den Außenbereich geeignet. |